Rabeneltern

 

Zweimal habe ich mich 2009 mit Themen rund um Kindergarten und institutionelle Betreuung für unsere Kleinsten beschäftigt. Die HörerInnenresonanz war jedesmal enorm - nicht alle waren von dem begeistert, was die ExpertInnen in den Sendungen von sich gegeben haben:

Rabeneltern?
Über den Einfluss von Kindergarten und – Krippe auf die kindliche Entwicklung

Eltern, die ihr Kind bereits mit eineinhalb Jahren den Kindergarten oder einen Hort besuchen lassen, werden schnell einmal als Rabenvater oder –Mutter abqualifiziert. Wer seinen Nachwuchs so lange wie möglich daheim betreut, argumentiert dies normalerweise damit, dies sei „das Beste für das Kind“. Eine Reihe neuerer Studien widerspricht dieser Ansicht völlig: Deutsche Bildungsforscher haben etwa festgestellt, dass ein mehrjähriger Kindergartenbesuch Bildungsdefizite bei Kindern aus benachteiligten Elternhäusern ausgleichen kann. Aber auch Kinder aus Mittelschicht-Familien profitieren vom Mehrkinder-Umfeld: Ihre soziale Intelligenz ist im Vergleich zu Kindern, die im Kleinst-Verband daheim aufwachsen, höher.  Und die Untersuchung eines Ökonomen in London hat gezeigt, dass eine längere Betreuungszeit daheim die Kinder weder glücklicher noch erfolgreicher macht.

 

Das männliche Defizit
Über die Folgen der feminisierten Erziehung

Berufe mit niedrigem Ansehen und schlechter Bezahlung sind traditionell Frauen vorbehalten. So findet man in Kinderkrippen- und Gärten sowie in der  Volksschule kaum männliche Pädagogen. Zusammen mit der Überschätzung der Mutter in der kindlichen Erziehung führt die Feminisierung des Aufwachsens nach Ansicht von FrühpädagogInnen zu einer Reihe von Problemen: Die Sprachentwicklung der Jungen bleibt ebenso zurück wie die Ausbildung „meta-emotionaler“ Kompetenzen, was später u.a. zu großen Schwierigkeiten in Partnerschaften führt:  “ Eine Expertin in Sachen, Liebe, Emotionen und Beziehung trifft sich mit einem Anfänger“, urteilt der renommierte Bildungsforscher und Entwicklungspsychologe Wassilios Fthenakis.  „Die Sozialisiationsbedingungen von Buben erweisen sich als extrem defizitär. Heute sind nicht mehr die katholischen Mädchen vom Land die Verlierer im Bildungssystem. Es sind die Jungen.“