Weblog von Franz Zeller
Asimo im Deep Space
Verfasst von Franz Zeller am 31. August 2010 - 15:07Interessante Pressekonferenz heute im Ars Electronica Center in Linz: Die Ars kooperiert mit Honda, dem Hersteller des humanoiden Roboters Asimo.
Die Zuschauer werden im Deep Space des AEC zusammen mit Asimo Musik "generieren" - das Futurelab und Honda werten die Erfahrungen mit dieser Art Mensch-Roboter-Interaktion dann aus.
Dazu hier ein Minivideo
Es ist ja nicht ganz klar, inwieweit Asimo tatsächlich autonom agieren kann. Von komplexeren Räumen bekommt er eine Landkarte implantiert, kleinere, überraschend auftretende Hindernisse kann er offenbar umgehen. Überraschend gut gelingen ihm mittlerweile runde Bewegungen. Asimo kann sogar ansatzweise laufen und sein Gewicht erstaunlich gut ausbalancieren. Ob der Forschungsertrag bei Honda, die seit den 80er-Jahren an humanoiden Robotern arbeiten, wirklich so groß ist, bleibt zu bezweifeln. Es geht wohl mehr um die Stärkung der Mobilitäts-Marke Honda, obwohl Corporate Communications Leiter de Braekeller betont, durch die Arbeit an Asimo könne man jetzt bald eine Art Exoskelett auf den Markt bringen, das bei der Remobilisierung von Patienten hilft.
Mehr dazu am Montag, 6. September 2010 in Digital.Leben.
Weitere Asimo-Videos folgen!
Todesermittlung. Oder warum es Mörder oft all zu leicht haben.
Verfasst von Franz Zeller am 13. Januar 2010 - 13:58
Martin Grassberger, Harald Schmid: Todesermittlung. Befundaufnahme und Spurensicherung. Ein praktischer Leitfaden für Polizei, Juristen und Ärzte.
Springer Wien New York.
---------------
In Deutschland bleibt jeder zweite Mord unentdeckt. Der Grund: Die gerichtsmedizinisch nicht geschulten Ärzte, die die Totenscheine ausstellen, übersehen wesentliche Anzeichen von Gewalteinwirkungen. Das ergab bereits vor Jahren eine große Studie.
Der Gerichtsmediziner und Pathologe Martin Grassberger und der Kriminalist Harald Schmid haben deshalb ein umfangreiches Kompendium zusammen gestellt, in dem sie u.a. Auffälligkeiten dokumentieren, die ÄrztInnen, JuristInnen und Polizei für das Erkennen nicht-natürlicher Todesfälle sensibilisieren sollen. Der Titel: Todesermittlung. Befundaufnahme und Spurensicherung (Springer 2009)
Die Todesursache, die im Totenschein steht, sagt oft wenig darüber aus, woran ein Mensch wirklich gestorben ist. Bis zur Hälfte aller Angaben im Totenschein sind falsch. Das haben Studien der letzten Jahre gezeigt. Je älter Menschen sind, umso wahrscheinlicher wird die Fehldiagnose für den Gerichtsmediziner und Pathologen Martin Grassberger.
"Spurenarme Delikte" nennen Experten Verbrechen wie jene durch Ersticken, die kaum Anzeichen von Gewalt hinterlassen - etwa winzige Einblutungen in den Augen, die ungeschulten Leichenbeschauern oft entgehen. Die Verlegenheitsdiagnose lautet dann besonders bei alten Menschen oft "Herzversagen".
Im Grund müsste ein Toter zur Feststellung der Todesursache bei sehr gutem Licht völlig entkleidet werden - was auch nicht immer passiert. Und eigentlich darf ein Totenschein nur ausgestellt werden, wenn die Todesursache zweifelsfrei geklärt ist:
"Plug and Play - Publizisten".
Verfasst von Franz Zeller am 1. September 2009 - 11:51So haben Roland Gratzer und Astrid Schwarz ihre hervorragende Matrix-Sendung mit Porträts von vier österreichischen Bloggern genannt: Helge Fahrnberger, Heinz Wittenbrink, Georg Holzer und Nunu. Hier gibts die Sendung vom 23.8.2009 zum Nachhören/ Download.
Macht zu viel Netz asozial? Eine alte Diskussion mit neuen Mitteln
Verfasst von Franz Zeller am 29. August 2009 - 21:19Eigentlich ist es eine No-Na-Geschichte, dass wir unser Hirn genauso trainieren können wie unseren Körper. Wenn wir nur vor dem Monitor sitzen und twittern, bis die Schwarten krachen, stärken wir andere Nervenverbindungen als wenn wir ständig von Angesicht zu Angesicht etwa Beratungsgespräche/ Interviews führen. Der amerikanische Neuro-Wissenschafter Gary Small hat sich die Mühe gemacht, diese unterschiedlichen Hirnaktivitäten mit Magnetresonanz-Aufnahmen nachzuprüfen und in einem Buch mit dem Titel "Ibrain" zu schildern. Irgendwie macht das Ergebnis doch nachdenklich. Jene Regionen, die für soziales Denken, Empathie und eine Reihe softer Skills stehen, werden durch exzessive Netzaktivitäten nämlich sehr vernachlässigt. Nun stimme ich mit Sicherheit nicht in den Chor der Kultur- und Technik-Pessimisten ein, die das Abendland unter einer Horde asozialer digitaler Wüstlinge untergehen sehen. Es ist vielmehr ein Hinweis, dass auch hier die Menge (möglicherweise) das Gift macht.
In Alpbach habe ich aus einem Interview mit Gary Small einen Beitrag für die Dimensionen in Ö1 gestaltet. Hier ist das Manuskript dazu.
