rezension_herzlos_ohswald

Alfred Ohswald, am 12.8.2009 in buchkritik.at

"Ein recht gelungenes Stück Unterhaltung"

Der ehrgeizige, junge und auch sonst wenig sympathische Arzt Benno Waldegg wird in der Pathologie des Spitals, in dem er arbeitete, mit zahlreichen Messerstichen ermordet aufgefunden. Der alleinerziehende Vater Chefinspektor Franco Moll und sein trachtenliebender Kollege Oberhollenzer sollen den Mord aufklären. Alles deutet auf den stadtbekannten Obdachlosen „Hauben-Karli“ hin. Der taucht jedoch als nächstes Mordopfer auf.

So müssen die beiden Ermittler sich im beruflichen Umfeld des Opfers umsehen und die Ärzte und Krankenschwestern unter die Lupe nehmen. Und auch die Tatsache, dass der junge Arzt gleich zwei Geliebte neben seiner Ehrfrau hatte, gibt reichlich Grund für genauere Nachforschungen. Die junge Witwe hinterlässt dabei einigen Eindruck bei Franco Moll.

Franz Zellers Erstlingswerk „Herzlos“ ist ein ausgesprochen geradliniger, konventioneller und schnörkelloser Roman. Fast erinnert er da ein wenig an Maigret. Allerdings ist er dadurch auch schon fast etwas vorhersehbar. Zeller legt keine falschen Spuren, um die Leser in die Irre zu führen, bei ihm ahnt man recht bald, wohin die Geschichte sich entwickeln wird. Gewürzt mit einer kräftigen Prise Lokalkolorit, ergibt das ein recht gelungenes Stück Unterhaltung.

http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=5485