Kategorie: Allgemein

Pflanzenwanderung

1.600 eingewanderte Pflanzenarten gibt es bereits in Österreich. Über viele von ihnen freuen wir uns, weil sie unsere Gärten, Balkone und Blumentöpfe mit exotischen Blüten schmücken. Bei Pflanzen wie dem Schmetterlingsstrauch, dem Sommerflieder, ist das nicht ganz unproblematisch. Er zieht zwar Falter an, bietet den Raupen aber keine Nahrung und verdrängt vor allem andere Pflanzen schnell. Die Schweiz hat den Verkauf des Sommerflieders deshalb bereits verboten. Der Naturschutz hat eben den Kirschlorbeer zum „Neophyten des Jahres“ gewählt. Auch er breitet sich stark aus und verdrängt heimische Arten.

Sommerflieder und Kirschlorbeer sind allerdings nur Vorboten einer Entwicklung, die uns noch viel mehr invasive Arten bringen wird. Wie eine Studie unter Beteiligung des österreichischen Biodiversitätsforschers Franz Essl zeigt, werden immer mehr subtropische Arten nach Europa einwandern. Dazu hat das Wissenschaftsteam weltweit 10.000 „gebietsfremde“ Pflanzen kartiert. Deren Verbreitungsgebiet wird zwar nicht in Summe zunehmen, sich aber aufgrund der klimatischen Bedingungen verlagern, eben Richtung Europa.

Nicht alle neuen Arten werden problematisch sein, aber ein Teil wird so wie das allergene Ragweed unsere Gesundheit beeinflussen oder der Landwirtschaft schaden. „Die Ausbreitung eingeschleppter Pflanzenarten führt einerseits zur Ausbreitung von Problemunkräutern in der Landwirtschaft mit massiven Ernteverlusten”, erklärt Essl in science.orf.at. Andererseits würden sich besonders widerstandsfähige Arten wie Götterbaum oder Staudenknöterich in naturnahen Lebensräumen ausbreiten und die heimische Artenvielfalt zurückdrängen.

Gerade in der Forstwirtschaft wird man sich deshalb genau ansehen müssen, welche Bäume man statt den hitzegeplagten Fichten in Zukunft aussetzt.

Nicht alle Neophyten werden zum Problem werden, so Essl. Aber für ihn ist es sinnvoll, eine klare Risikoabschätzung durchzuführen und bei bereits bekannten problematischen Arten eine Importkontrolle einzuführen.

Und wer den Luxus eines Gartens hat, kann auch darüber nachdenken, welche Pflanzen er oder sie in die halbgezähmte Natur entlässt.

https://science.orf.at/stories/3234835

Erderwärmung bedroht Kaffeeproduktion

Der Klimawandel setzt der Kaffeeproduktion stark zu. Die fünf größten Kaffeeanbaugebiete, darunter Brasilien und Äthiopien, erleben immer mehr Hitzetage über 30 Grad Celsius. Dies führt zu Ertragseinbußen und steigenden Preisen, da die Pflanzen unter Hitzestress leiden.

Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien, die fünf größten Kaffeeproduzenten, liefern zusammen 75 Prozent des weltweiten Kaffees. Wenn keine wirksamen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, die vielfach an fehlender finanzieller Unterstützung der Kaffeebauern scheitern, könnten die weltweiten Anbauflächen bis 2050 um bis zu 50 Prozent schrumpfen.

https://go.climatecentral.org/coffee_and_climate

Heiße Ozeane sorgen für Hitzewellen an Land

Laut einer aktuellen Untersuchung ist, die Erwärmung von Küstengewässern ein zentraler Treiber für großflächige, schwüle Hitzewellen. Das zeigt eine Nature-Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Die Studie führt 50–64 % des beobachteten Anstiegs von Hitzewellen weltweit auf diesen Mechanismus zurück.

Küstennahe Meeresoberflächen liefern bei höheren Temperaturen zusätzliche Feuchtigkeit, die ins Landesinnere transportiert wird und dort Hitzeextreme mit hoher Luftfeuchtigkeit verstärkt. So sorgt etwa ein erwärmter Indischer Ozean für schwüle Hitze in Südasien und dem Nahen Osten, während ein tropischer Nordatlantik Hitzewellen in Nord‑ und Südamerika verstärkt.

https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/erwaermung-von-kuestengewaessern-treibt-grossflaechige-schwuele-hitzewellen-an

Kurz gemeldet

Der Earth Overshoot Day fiel in Österreich diesmal auf den 2. April. An diesem Tag hat das Land rechnerisch seine natürlichen Ressourcen verbraucht, die ihm für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen. Im Vorjahr passierte das bereits vier Tage früher, am 29. März. Weltweit liegt Österreich damit beim Ressourcenverbrauch auf Platz 16.

Das Naturnachtgebiet Eisenwurzen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark ist von der Organisation Dark Sky International zur „Dark Sky Reserve“ ernannt worden.

Auf einer Fläche von rund 2.400 Quadratkilometern lässt sich zum Beispiel die Milchstraße unbeeinflusst von Lichtverschmutzung beobachten.

https://ooe.orf.at/stories/3346376

Die Jahre 2015 bis 2025 waren das heißeste Jahrzehnt seit dem Beginn globaler Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1850. Das hat die Weltwetterorganisation (WMO) im Bericht „State of the Global Climate“ mitgeteilt.

https://science.orf.at/stories/3234730

Die UNO hat weitere 40 wandernde Tierarten unter Schutz gestellt, darunter den Großen Hammerhai, den Riesenotter sowie die Schneeeule. Insgesamt umfasst die Liste der sogenannten „Bonner Konvention (CMS) bereits 1.200 wandernde Arten.

https://orf.at/stories/3425339

Tipp

Orbyz: Soziales Netzwerk für Nachhaltigkeits-Themen

Orbyz.world ist ein im Jahr 2024 gegründetes, europäisches soziales Netzwerk, das sich ausschließlich den Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wandel widmet. Die Plattform will Privatpersonen, Unternehmen, NGOs, Wissenschaftler und Start-ups zusammenbringen, die an ökologischen, sozialen oder ökonomischen Lösungen arbeiten. Dabei verzichtet Orbyz auf werbegetriebene Algorithmen. Die Nutzenden können Expertenartikel, Publikationen und Events veröffentlichen, um ihre Projekte sichtbar zu machen und Partner zu finden, aber auch einfach nur in interessanten Beiträgen zu Zukunftsthemen schmökern.

https://orbyz.world

Hörtipp

Rettet die Nacht

Jedes Jahr wird die Nacht in Europa um rund sieben Prozent heller, so eine Studie. Die zunehmende Helligkeit bedroht nachtaktive Tiere und Insekten, Menschen kämpfen mit Schlafstörungen und ihre Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen, lässt nach. Lichtverschmutzung hat einen ähnlich großen Effekt auf die Artenvielfalt wie Pestizide und der menschengemachte Klimawandel. MOMENT – NACHHALTIG LEBEN zeigt schnell umsetzbare Lösungen für die Lichtverschmutzung.

https://oe1.orf.at/nachhaltigleben

Meeresschutz und Mikroplastik

Wir tun uns schwer mit Unsicherheit und Ungewissheit. Entsprechend verstehen wir auch wissenschaftliche Ergebnisse immer wieder fälschlich als „Endergebnisse“, als finale Erkenntnisse. Aber Wissenschaft ist ein Prozess, der sich gerade durch seine Revidierbarkeit auszeichnet.

Das zeigen auch neue Erkenntnisse über die Erwärmung der Polarregionen. Wie ein Papier aus dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften in Bremen MARUM jetzt nachweist, könnten die höheren Breiten weniger anfällig sein für Erwärmung als bisher gedacht.

Bisher dachte man, dass sich die Temperaturen an den Polen und in den Tropen immer mehr angleichen, je mehr Treibhausgase in der Luft sind und sich der Planet zunehmend erwärmt. Deshalb verglichen die Forschenden die Jetztzeit mit einer Phase ähnlich hoher CO2-Belastung, dem Miozän vor etwa 15 Millionen Jahren. Aus Analysen von abgestorbenen Mikroorganismen lässt sich die damalige Meerestemperatur eruieren. Demnach war sie in den hohen Breiten um 9 Grad kälter als bisher angenommen. Das könnte bedeuten, dass wir auch jetzt – trotz schmelzender Eismassen an den Polen – nicht auf ein heißes Nord- oder Südmeer zusteuern.

Ein durchaus positiver Befund. Er zeigt, wie resilient unser Planet ist. Er zeigt aber nicht, dass diese Resilienz unendlich ausdehnbar ist.

https://communities.springernature.com/posts/could-our-oceans-escape-from-becoming-a-warm-soup-rethinking-the-miocene-with-coccolith-clumped-isotopes

PS Wissenschaftlich noch nicht geklärt ist etwa die Frage, bei welchen Temperaturen die Atlantische Umwälzströmung kippt oder wo die kritische Schwelle für den Amazonas-Regenwald liegt. Sicher ist nur, dass diese sogenannten Kipppunkte existieren. Ähnliches gilt für die Frage, wie sich globale Erwärmungstrends lokal abbilden. So erlebt Mitteleuropa zunehmend Starkregen, während der Mittelmeerraum mit Dürren zu kämpfen hat. Und auch wie stark sich Aerosole auf die Erderwärmung auswirken, ist längst nicht geklärt. Werden die feinen Partikel durch eine reduzierte Luftverschmutzung weniger, bilden sich weniger Wolken. Das wiederum könnte zu einer beschleunigten Erderwärmung führen, so die momentane Hypothese.

UNO-Hochseeschutzabkommen

Schutzzonen auch außerhalb nationaler Gewässer

Im Jänner wurde das erste völkerrechtliche Rahmen für Meeresschutz auf hoher See und damit außerhalb der nationalen 200 Meilen-Grenze beschlossen. Das ist umso wichtiger, als die Ozeane riesige mengen an CO2 binden und das Klima stabilisieren. Bis 2030 soll nun 30 Prozent der Hochsee unter Schutz gestellt werden. Menschliche Aktivitäten im Meer, etwa der Tiefseeabbau von Rohstoffen, können künftig einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen und auch verboten werden. Für entsprechende Beschlüsse genügt eine Dreiviertelmehrheit der teilnehmenden Staaten, so kann kein einzelner Staat durch ein Veto Entscheidungen blockieren.

Bisher war das offene Meer, das größte Ökosystem des Planeten, ein weitgehend rechtsfreier Raum und entsprechend ungeschützt.

https://science.orf.at/stories/3233721

Weniger Mikroplastik in der Atmosphäre als gedacht

Land ist Hauptemittent

Mikroplastik beeinflusst die Wolkenbildung. Und die kleinen Partikel können uns auch krank machen, da wir sie über Luft und Nahrung aufnehmen. Ihre Konzentratin in der Atmosphäre ist allerdings weitaus geringer als bisher gedacht. Das zeigt eine in Nature erschienene Studie unter Mitwirkung von  Andreas Stohl vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien. Demnach gelangen 100- bis 10.000mal weniger Plastikpartikel in die Luft als zuvor angenommen. Der Großteil davon stammt aus Emissionen vom Land. Zuvor hatte man angenommen, vor allem Meeresflächen würden Mikroplastik emittieren.

https://science.orf.at/stories/3233858

Fehlende Renaturierung könnte teuer werden

Stellungnahme der europäischen Akademien der Wissenschaften 

Das EU-Renaturierungsgesetz, das die Rückführung von 20 Prozent der Flächen in einen naturnahen Zustand vorsieht, könnte bis 2070 Kosten von rund 154 Milliarden Euro verursachen. Sollte die Renaturierung jedoch nicht im vorgesehenen Umfang passieren, könnten die Folgekosten weitaus höher liegen, und zwar bei 1.860 Milliarden Euro, so Schätzungen der EU-Kommission.

Vielfältige und funktionierende Ökosysteme schützen vor Naturkatastrophen, senken Gesundheitsausgaben und stabilisieren sowohl die Umwelt als auch die Wirtschaft, hebt der Bericht der Dachorganisation der Europäischen Akademien der Wissenschaften hervor.

Demnach könnte sich ein Euro, der in Renaturierung investiert wird, achtfach auszahlen. Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern die EU-Mitgliedsstaaten auf, ihre Umsetzungspläne bis Ende des Sommers vorzulegen.

https://science.orf.at/stories/3233772

Kurz gemeldet

Regelmäßige körperliche Bewegung verringert die Sterblichkeit um rund 30 Prozent, sagt die Statistik. Durch Feinstaub wird dieser Effekt allerdings gedämpft.

https://science.orf.at/stories/3233880

Bei der „Stunde der Wintervögel“ von Birdlife wurden heuer weniger Vögel gezählt als im Vorjahr. Das hängt vor allem auch mit den milderen Wintern zusammen und damit veränderten Zuggewohnheiten der Vögel. Weniger Schnee bedeutet auch, dass die Kohlmeise mehr Futter außerhalb von Siedlungen finden und deshalb seltener Gärten aufsuchen.

https://science.orf.at/stories/3233846

In der Antarktis ist das erste Schutzarchiv für Gletschereis eröffnet worden. Auch zwei Eiskerne aus den Alpen werden als eine Art Zeitkapsel in einer Höhle nahe dem Südpol konserviert.

https://science.orf.at/stories/3233761

Tipp

Wissenswertes zum Fleischfasten findet man unter www.fleischfasten.at. Diese Initiative möchte nicht nur zu einer Reduktion des klimarelevanten Fleischkonsums während der Fastenzeit anregen. Sie bietet etwa auch vegetarische Rezepte oder lädt zu einem Pubquiz rund um das Thema Ernährung (Freitag, 6. Februar 2026, 19 Uhr, Trauttmansdorffgasse 3, Graz). Auf der Seite finden sich auch Informationen zum weltweiten Fleischkonsum. So erfährt man dort etwa, dass die USA 128 Kilo pro Kopf und Jahr verzehrt, Menschen in der DR Kongo hingegen nur 3,8 Kilo.

Hörtipp

Nachhaltige Waldnutzung

Die Balance zwischen Bewirtschaftung und Erhaltung des Waldes ist schon seit langem ein großes Thema. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Wälder stark genutzt – und übernutzt. Erst als in der industriellen Revolution Kohle das Brennholz ersetze, erholten sich die Wälder. Die Umwelthistorikerin Simone Gingrich von der Universität für Bodenkultur Wien erforscht die Geschichte der österreichischen Wälder und ihre Rolle im Klimaschutz. Auf einem Waldspaziergang erklärt sie in den DIMENSIONEN, wie sich der Umgang mit dem Wald verändert hat und warum die Jahrhunderte ein historisches Spiegelbild der Nachhaltigkeit sind.

https://oe1.orf.at/nachhaltigleben

Fleischeslust

Gestern hatte ich meinen Freundeskreis zu Gast, der aus einer sportlichen Runde entstanden ist. Ich kochte Rostbraten. Und hatte ob der opulenten Fleischeinlage ein schlechtes Gewissen. Nicht nur, weil ein Klimakundler darunter ist. Die Fleischfrage stellt sich zunehmend. Natürlich habe ich alle möglichen sedierenden Argumente zur Hand, die da lauten: Ich kenne meine Lieferanten, kaufe kein Fleisch im Supermarkt, kaufe bio, etc. Aber trotz all dieser Bobo-Beteuerungen ist und bleibt Fleisch eine ökologische Belastung.

Die Nutztierhaltung hat einen riesigen CO2-Fußabdruck. Sie ist viel ineffektiver als der Anbau von proteinhaltigen Pflanzen, selbst unter besten landwirtschaftlichen Bedingungen. Rund zwei Drittel des globalen, landwirtschaftlichen Drucks auf Ökosysteme und Biodiversität sind auf Viehhaltung zurückzuführen. Das belegt eine Studie der Universität für Bodenkultur. In Österreich kommen 60 Prozent der ökologischen Belastung, die mit dem Konsum von Fleisch, Milchprodukten und Eiern verbunden ist, aus dem Land selbst, die restlichen 40 Prozent werden über ausländische Futtermittel und Tierprodukte importiert.

Soweit ein paar Fakten zur Klimawirkung von Fleisch. Ratio und Handeln gehen aber selten Hand in Hand. Fleischkonsum hat auch mit unserer Identität zu tun, mit Gewohnheiten, mit sozialem Druck. Und so essen wir in Österreich durchschnittlich 58 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr, eine immense Masse.

Wie schaffen wir es angesichts dieser wilden Gemengelage, unseren Fleischkonsum zu reduzieren? Mit Geboten und Verboten geht es nicht, meint der Philosoph und Ethiker Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Er plädiert für einen „tugendethischen“ Ansatz: „Dann sagen wir nicht, du musst das essen, du darfst jenes nicht essen, sondern wir sagen, das ist prinzipiell deine Entscheidung, aber gib uns Auskunft darüber, wer möchtest du als Lebensmittelkonsumentin, als Lebensmittelkonsument sein?“

Ein bisschen ist auch kulinarische Unwissenheit an unserer Fleischzentriertheit schuld. Wer öfter indisch isst, weiß, wie exzellent man vegetarisch kochen kann. Aber um Gemüse und Co. schmackhaft zuzubereiten, braucht es nicht einmal indische Gewürze, nur eine Abkehr von alten Kochgewohnheiten und ein bisschen Inspiration aus anderen Kochkulturen.

Jetzt heißt es nur noch, öfter als bisher an Alternativen zum Braten zu denken. Aber vielleicht beginnt eine Verhaltensänderung ja auch mit schlechtem Gewissen.

Maßnahmen für bessere Luft greifen

Österreich auf gutem Weg

Luftverschmutzung gilt laut der Europäischen Umweltagentur EUA als das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko für Menschen. Vor allem Feinstaub sorgt für zigtausende vermeidbare Todesfälle jährlich. Österreich liegt bei den Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität im EU-weiten Vergleich im Mittelfeld. Vor allem der Rückgang bei den Stickoxiden ist auffällig. Die Reduktion ist vorwiegend auf strengere Abgasnormen für Verbrenner zurückzuführen.

Negativ wirkt sich hingegen der relativ hohe Anteil an Holz- und Kohleheizungen aus, die in Österreich noch in Betrieb sind. Wenig Fortschritte gibt es bei der Reduktion von Ammoniak aus der Landwirtschaft, vorwiegend aus Gülle und Dünger. Als positives Beispiel gilt hier Deutschland mit seinen Regulierungen.

Klimaschutz: Maßnahmen für saubere Luft greifen – science.ORF.at

Mehr Schutz und Pflege für Moore

Österreichs Feuchtgebiete in schlechtem Zustand

Moore haben viele Funktionen: Sie speichern dreimal so viel CO2 wie Wälder, sie sind aber auch Naherholungsgebiete, stabilisieren den Grundwasserspiegel und dienen als Hochwasserschutz, indem sie Flüsse und Bäche bei Starkregen entlasten. Zu den 44.000 Hektar österreichischer Moorfläche hat das Umweltbundesamt nun Informationen in einer neuen Datenbank gesammelt und einen Bericht zum Zustand der Moore verfasst. Demnach wurden viele Moorflächen entwässert, nur ein geringer Teil ist in einem guten Zustand. Dadurch geben die trocken gelegten Moore Treibhausgase ab, statt sie zu speichern.

Geodatenbank: Österreichs Moore in schlechtem Zustand – science.ORF.at

Kein Trinkwasser wegen Zersiedelung

Wenn Städte sich ausdehnen

Fehlende Stadtplanung könnte bis 2050 rund 220 Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser kosten. Das legt eine Studie des Wiener Complexity Science Hub zusammen mit der Weltbank nahe. Die Forschenden analysierten über 100 Städte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Verfügbarkeit von Wasser und die Abwasserversorgung verschlechtern sich vor allem, wenn sich die Städte ausdehnen, statt in die Höhe zu wachsen, also die verfügbare Fläche besser zu nutzen. Verschlingt der Städtebau immer mehr Boden, steigen auch die Wasserrechnungen: Sie sind in weitläufigen Städten zum Teil um 75 Prozent höher als in kompakten Städten, und der Zugang zu Leitungswasser sinkt in weiter verstreuten städtischen Gebieten um 50 %, so die Studie in Nature Cities.

Visualisierung der Studienergebnisse: https://vis.csh.ac.at/urban-thirst/

Kurz gemeldet

Bis 2030 wird ein Drittel unserer Gletscher für immer verschwunden sein, schreiben die Glaziologen Andrea Fischer und Hans Wiesenegger in einer Bilanz zum zu Ende gehenden Internationalen Jahr der Gletscher.

Jahresbilanz: Zerfall der Gletscher setzt sich fort – science.ORF.at

Österreich ist im Klimaschutzindex CCPI 2026 gegenüber dem Vorjahr von Platz 23 auf Platz 35 abgerutscht. Damit gilt es als „low performer“. Verantwortlich dafür sind mangelhafte Bemühungen bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch sowie in der Klimapolitik. Als klimafreundlichste Länder in diesem Ranking gelten Dänemark, Großbritannien und Marokko.

Platz 35: Österreich in Klimaschutzindex abgerutscht – science.ORF.at

Die CO2-Emissionen durch fossile Brennstoffe sind seit 2024 um 1,1 Prozent gestiegen. Damit wird das Emissions-Budget für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels voraussichtlich noch vor 2030 aufgebraucht sein. 35 Ländern ist es aber gelungen, ihren Treibhausgasausstoß gegenüber dem Vorjahr zu senken, während gleichzeitig ihre Wirtschaft wuchs.

Global Carbon Budget: Weltweiter CO2-Ausstoß steigt weiter – science.ORF.at

Im Abschlusstext der COP30 in Belém fehlte u.a. ein verbindliches Bekenntnis zu einer Abkehr von Öl, Kohle und Gas. Die Gesamtnote der Klimakonferenz: enttäuschend.

Klimakonferenz: Enttäuschung nach „Minimalkompromiss“ – news.ORF.at

Hörtipps:

Von Rio bis Belém

Bei der “Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung” 1992 in Rio de Janeiro dominierte die Aufbruchstimmung. Mehr als 170 Staaten verpflichteten sich zur nachhaltigen Entwicklung und beschlossen die Klimarahmenkonvention, die Artenschutzkonvention oder die Walddeklaration. 30 Jahre später scheint der COP diese Energie zu fehlen. Die DIMENSIONEN zeichnen drei Dekaden globalerKlimapolitik nach.

https://sound.orf.at/radio/oe1/sendung/229261/dimensionen

Teller statt Tonne

75 Kilogramm Lebensmittel werfen wir in Österreich pro Person und Jahr weg. Vieles davon wäre noch genießbar gewesen. Manche verwechseln zum Beispiel „Mindesthaltbarkeit“ und „Ablaufdatum“. Andere vergessen schlichtweg, was sie noch im Kühlschrank haben. Wieder andere können nicht gut genug kochen, um aus zufälligen Zutaten gute Speisen zu kreieren. Und zu den kommenden Feiertagen wird der Wegwerf-Exzess noch einmal eskalieren und zu einer unnötigen Belastung unserer Ressourcen und Ökosysteme führen.

MOMENT hat sich angesehen, wie man Überfluss und Ausschuss im Kühlschrank eindämmen kann.

Ö1 – Radio – ORF Sound

Übertrieben? Ganz und gar nicht!

Ich habe mir im Sommer die Mühe gemacht, unterschiedlichste Prognosen aus den bislang sechs Sachstandsberichten des Weltklimarats IPCC zusammen zu suchen. Und dabei hat sich ein Eindruck bestätigt, den ich seit langem hatte: dass nämlich alle Voraussagen des IPCC sehr zurückhaltend, vorsichtig und manchmal sogar untertreibend bis zur Verharmlosung sind. So prognostizierte der erste Sachstandsbericht von 1990 bei einem „Weiter-wie-bisher“-Szenario einen Temperaturanstieg von etwa 1°C bis 2025 im Vergleich zum vorindustriellen Niveau. Tatsächlich stehen wir bei rund 1,5°C.

Der zweite Sachstandsbericht (1995) sprach von einer globalen Erwärmung von rund 2°C bis zum Jahr 2100, bei einer Bandbreite von 1 – 3,5°C.

Im dritten Sachstandsbericht von 2001 lag die Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts bereits auf einer Bandbreite zwischen 1,4 und 5,8°C. Ähnlich geht es in den weiteren drei Berichten weiter, auch in Sachen Meeresspiegelanstieg, aber ich will Sie nicht mit einem Zahlenwust überfrachten.

Nun kann man die Ungenauigkeit der Prognosen auch positiv sehen: Sie spiegeln die Weiterentwicklung der Klimamodelle wider, aber auch einen wissenschaftlichen Zugang, der unnötigen Alarmismus vermeidet und seine eigenen Ungewissheiten verantwortungsvoll abbildet.

Insofern überrascht es auch nicht, dass das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK bei anhaltend hohen Emissionen nun auch vor einem Zusammenbruch der nordatlantischen Umwälzströmung AMOC nach dem Jahr 2100 warnt. Diese Strömung transportiert Wärme Richtung Norden, während in der Tiefe kaltes Wasser Richtung Äquator fließt. AMOC ist für das milde europäische Klima verantwortlich. Bricht diese Klimamaschine zusammen, kommt es in Nordwesteuropa zu extremen Wintern und zu noch mehr Trockenheit im Sommer. Der Kipppunkt für eine drastische Verlangsamung der Umwälzströmung könnte schon Mitte des Jahrhunderts erreicht sein. Laut Stefan Rahmstorf vom PIK „unterschätzen die Standardmodelle das Risiko vermutlich“, u.a. weil sie das Abschmelzen des grönländischen Gletschers und damit den Süßwassereintrag zu wenig berücksichtigen.

Wir befinden uns also in einem riesigen Klimaexperiment. Die Versuchskaninchen sind wir selbst. Und der Ausgang ist trotz aller intelligenten Modelle ungewiss, vor allem, wenn wir auf dem bisherigen Emissionspfad weiter gehen.

Aber zumindest am Beginn der Meldungen habe ich auch gute Nachrichten für Sie.

Studie: Shutdown of northern Atlantic overturning after 2100

Ozonschicht erholt sich

Entgegen den Befürchtungen von Fachleuten wird sich die Ozonschicht über der Antarktis bis 2060/ 2070 vollständig erholen. Das zeigt ein Forschungsteam mit Beteiligung Grazer Wissenschafter.

Entdeckt wurde das Ozonloch über der Antarktis 1985. Verursacht hatten es Flur-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKWs), die 1987 verboten wurden.

Das Ozon in der Stratosphäre, 15 bis 30 Kilometer über der Erdoberfläche schützt die Erde, vom Menschen bis zum Plankton im Meer, vor der schädlichen UV-Strahlung. Die Ozonschicht wirkt aber auch beim Klima mit, weil sie atmosphärische Zirkulation der südlichen Hemisphäre beeinflusst und somit auch das Wetter und das Klima in anderen Regionen verändern kann.

Nach Zweifeln: Ozonschicht erholt sich doch – science.ORF.at

Gletscher ade, aber die Wasserversorgung ist sicher

Die Masse von Österreichs Gletschern wird sich in den nächsten 20 Jahren halbieren. Für die Trinkwasser- und Energieversorgung ist das allerdings kein Problem. Die schmelzenden Gletscher gleichen nämlich die längeren Trockenphasen aus, die mit dem Klimawandel einher gehen, sodass manche Flüsse wie die Ötz derzeit im Sommer mehr Wasser führen als früher.

Ende des Jahrhunderts dürften jedoch alle österreichischen Gletscher verschwunden sein.

Etwas schneller wird es den Hallstätter Gletscher treffen. Er dürfte schon 2030 Geschichte sein.

Wie rasch sich die Eismassen verflüchtigen, zeigt sich auch an der Verbindung zwischen Hallstätter und Schladminger Gletscher. Während österreichische Karten noch ein 400 Meter breites Band aus ewigem Eis ausweisen, schrumpfte der Schneeweg bis Mitte August auf eine Breite von zwei Meter. Das bringt nicht nur einer Hütte Probleme, sondern dem Tourismus auf dem Dachstein insgesamt.

Geradezu gigantisch mutet der Gletscherverlust im norwegischen Spitzbergen an. Dort schmolzen im Vorjahr rund 61 Gigatonnen ab. Dieser Verlust führte samt den Schmelzprozessen in der umliegenden Barentsee zu einem Meeresspiegelanstieg von rund 0,3 Millimeter, innerhalb nur eines Jahres.

Gletscherschmelze: Heimische Wasserversorgung vorerst gesichert – science.ORF.at

Jetzt geht’s um Anpassung

Leben mit dem Klimawandel

Im Vorjahr ist die mittlere Erdtemperatur erstmals über das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad Celsius gestiegen. Und der Anstieg wird in den nächsten Jahrzehnten aller Voraussicht nach voranschreiten. Deshalb plädieren viele dafür, sich stärker mit der Anpassung an die Erwärmung zu beschäftigen. Über entsprechende Szenarien haben WissenschafterInnen diese Woche auch in Laxenburg diskutiert. Es gehe trotzdem nicht darum, das Klimaziel aufzugeben, sondern um die Frage, wie wir nach einem overshoot die Temperatur wieder auf rund 1,5 Grad drücken können. IIASA-Direktor Hans Joachim Schellnhuber plädiert etwa für eine verstärkte Nutzung von Holz als CO2-Speicher. „Die beste Maschine, die erfunden wurde, um CO2 aus der Atmosphäre herauszufiltern, ist der Baum“, so Schellnhuber. Verstärkte Verwendung von Holz zum Bauen etwa könnte Kohlendioxid langfristig binden. Weil der Regen mit jedem Zehntelgrad an Intensität zunimmt, gehe es auch darum, die Böden zu entsiegeln, damit der Starkregen versickern kann.

https://science.orf.at/stories/3232249

Kurz gemeldet

Von 2001 bis 2024 ist die Erde deutlich dunkler geworden ist. Damit reflektiert sie auch weniger Sonnenlicht und heizt sich stärker auf.

Albedo: Erde reflektiert weniger Sonnenlicht – science.ORF.at

Laut einem Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hat die Erde sieben von neun kritischen Belastungsgrenzen überschritten – eine mehr als im Vorjahr.

Planet Erde: Sieben von neun Belastungsgrenzen überschritten – science.ORF.at

Hörtipp

Künstliche Intelligenz und Klima

Künstliche Intelligenz und ihre Rechenzentren verschlingen große Mengen Strom. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht des Tech-Riesen Google zeigt zum Beispiel, dass KI den CO2-Abdruck des Unternehmens wieder stark wachsen lässt. Eine schöne CO2-neutrale Bilanz geht sich für viele Tech-Unternehmen trotzdem aus, weil sie Kompensationszertifikate kaufen. Diese Zertifikate sind umstritten, denn meist wird bei diesen Klimaschutzprojekten weniger Kohlendioxid eingespart als angenommen.


MATRIX hat sich angesehen, was wir über den Ressourcenverbrauch von KI wissen, wie die Tech-Konzerne bei ihren Nachhaltigkeitsberichten tricksen und wie die Firmen umweltbewusster werden könnten.

Ö1 – Radio – ORF Sound

Cool bleiben ist schwierig

Die Erderwärmung öffnet immer wieder neue Türen der Ungerechtigkeit. Ein Begriff, den ich erst jüngst gelernt habe, ist „Coolcation“. Damit sind Urlaube fern der Hitze gemeint, vorzugsweise in nördlichen Ländern oder hoch droben in den Bergen. Gemeinsam haben diese Hitze-Flucht-Urlaube, dass sie vorwiegend in Ländern liegen, die nicht als günstige Destinationen bekannt sind, wie etwa Norwegen oder Schweden. Die „coolen vacations“ sind also keine Urlaube für Jedermann, sondern für Menschen mit entsprechenden Urlaubskassen. Wer unter der städtischen Hitze leidet und sich nicht auf die Lofoten zurückziehen kann, kann von Linz aus tageweise ins Mühlviertel flüchten oder von Wien in die Freibäder des Wienerwaldes. Abends wird die Wohnung dann wahrscheinlich trotzdem noch immer aufgeheizt sein, auch wenn uns der „verhatschte“ Juli nicht unbedingt mit Hitze traktiert hat.

Wie groß der soziale „Bias“, die Schlagseite der Erderwärmung, ist, hat jetzt auch die Statistik Austria im Auftrag der Arbeiterkammer dokumentiert. Demnach gaben 23,5 Prozent der befragten Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen an, während einer Hitzewelle „sehr stark belastet“ zu sein. Bei Menschen mit hohem Haushaltseinkommen sind es nur 13,4 Prozent. Selbst entlang der Geschlechtergrenzen gibt es Unterschiede: Frauen (mit im Schnitt niedrigerem Einkommen) leider stärker unter der Erhitzung als Männer. Ebenso ist die Belastung in Einfamilienhäusern kleiner als in Häusern mit vielen Wohneinheiten.

Das Momentum Institut wiederum hat kürzlich darauf hingewiesen, wie stark die Zahl der hitzebedingten Todesfälle mit jedem Zehntelgrad mehr steigt. 1991 bis 2020 gab es im Schnitt 636 Hitzetote jährlich. Bei einem Anstieg um 1,5 Grad verglichen mit dem Referenzzeitraum 1850-1900 verdoppelt sich diese Zahl fast auf 1.081 hitzebedingte Todesopfer. „Bei 3 °C mehr sterben bereits 2.148 Menschen in Folge der immensen Hitze“, wie das Institut in einer Aussendung auf Basis von The Lancet-Daten schreibt. Dass sich diese Sterbefälle nicht gleichmäßig über alle Einkommensgruppen verteilen werden, sondern die Schwächsten in den prekärsten Wohnverhältnissen im Umfeld von Hitzeinseln zuerst treffen, liegt auf der Hand.

Für die Prognose wurde übrigens der globale Temperaturanstieg herangezogen. Österreich hat diesen Wert so wie andere europäische Länder längst „überschossen“: Österreich ist im Vergleich zum Mittelwert von 1850 – 1900 bereits um 3,1 °C wärmer.

https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2025/07/20250729HitzebelastungEinkommen.pdf

Plastiktaschenverbote reduzieren Müll im Meer

Regelungen tun der Umwelt gut

Leichte und dünne „Plastiksackerl“ werden oft verweht und landen in der Umwelt, wo sie u.a. den Tieren schaden. Plastikmüll wird etwa oft im Magen verendeter Fische oder Meeresschildkröten gefunden. Eine Science-Studie zeigt, dass Verbote und Gebühren für Plastiktaschen helfen, den Müll an Küsten zu verringern. In den USA führten solche Regelungen zu einem Rückgang von 25 bis 47 % im Vergleich zu Regionen ohne Maßnahmen gegen den unerwünschten Plastikmüll. Die positive Wirkung nimmt mit der Zeit zu, ohne dass negative Nebeneffekte beobachtet wurden. Besonders effektiv sind umfassende Verbote und Gebühren auf Einkaufstaschen aus Plastik, während teilweise Verbote weniger Wirkung zeigen.

https://www.sciencemagazinedigital.org/sciencemagazine/library/item/19_june_2025/4280133

Plastik in Innenräumen

Unterschätzte Gefahr

Menschen atmen viel mehr Plastik ein als bisher angenommen. Das legt eine Untersuchung aus Toulouse nahe. Demnach nehmen wir in Innräumen wie Wohnungen und Autos im Schnitt täglich rund 68.000 Plastikpartikel in unsere Atemwege auf. Bei Kindern sind es ca. 47.000.

Problematisch ist dies auch deswegen, weil die Mikroteile tief in die Lunge eindringen und dort Entzündungen oder Zellschäden auslösen können. „Die tatsächliche Belastung durch eingeatmetes Mikroplastik wurde bislang massiv unterschätzt“, heißt es in der Studie.

https://science.orf.at/stories/3231375

Klimawandel gefährdet Trinkwasserversorgung

27 Quellen untersucht

Der Klimawandel wirkt sich deutlich auf die Trinkwassersituation im österreichischen Alpenraum aus, wie eine Studie der Universität Graz zeigt. Hochalpine Quellen gewährleisten derzeit eine ausreichende Wasserversorgung, doch veränderte Abflussmengen durch wärmere Winter und frühere Schneeschmelze könnten langfristig Probleme verursachen, weil dadurch die Speicher schneller geleert werden. Besonders in Trockenperioden sind diese Quellen entscheidend für die Wasserversorgung.

https://science.orf.at/stories/3231294

Klimawandel ist Bedrohung für Menschenrechte

IGH-Entscheidung

Staaten, die ihre Klimaschutzverpflichtungen vernachlässigen, könnten rechtlich belangt werden. Das hat der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag in einem wegweisenden Gutachten erklärt. Für den vom steigenden Meeresspiegel bedrohten Inselstaat Vanuatu ist die Entscheidung ein bedeutender Schritt im Kampf für Klimagerechtigkeit. Das Gutachten beschreibt die Folgen des Klimawandels als Bedrohung für Menschenrechte und könnte weltweit bei Klimaklagen als Argumentationsgrundlage dienen. Fachleute sehen in der Erklärung den Beginn einer neuen Ära der globalen Klimaverantwortung. Zudem nehmen transnationale Klimaklagen zu.

https://orf.at/stories/3400504

Kurz gemeldet

Die ÖBB haben in Linz die weltweit ersten wasserstoffbasierten Schienen verlegt, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Schienen kommen aus einem Forschungsprogramm der voestalpine und bestehen aus wasserstoffreduziertem Stahl und Schrott. Die voestalpine möchte Stahl bis 2050 CO2-neutral herstellen.

https://ooe.orf.at/stories/3315524

Hörtipp:

Wie man Geist und Qualität eines Gebäudes erhält

In alten Gebäuden stecken sehr viel Energie und Ressourcen. Adaptierungen oder Ausbauten sind zwar häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, sie erhalten allerdings auch „Geschichte“ und tragen zur „Klimawende“ im Bauwesen bei. MOMENT – NACHHALTIG LEBEN hat sich angesehen, wie der Um- und Weiterbau alter Objekte – vom Salon bis zur alten Schmiede – gelingen kann.

https://oe1.orf.at/nachhaltigleben

Grenzüberschreitende CO2-Abgabe

Es war nur eine kleine Meldung Ende Mai, die noch dazu etwas rätselhaft wirkte: Die EU überdenkt ihre Regeln für die CO2-Grenzabgabe. Dahinter steht aber ein sehr wichtiges Projekt zum Schutz der heimischen Industrie. Ab 2026 müssen Unternehmen, die etwa Eisen, Stahl, Aluminium oder Zement in die EU liefern ebenso für den CO2-Ausstoß bei der Produktion ihrer Waren zahlen wie europäische Unternehmen jetzt schon. Die Kommission nennt das Projekt Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM).

In der Praxis müssen sich die Importeure um die CO2-Zertifikate kümmern, was den Preis der Produkte natürlich verteuert und damit zu einem gerechteren Wettbewerb führt. Die CO2-Abgabe – und das ist das Neue – greift allerdings nur bei Importen in großem Stil, wenn nämlich über 50 Tonnen eines Produkts pro Jahr eingeführt werden. Damit sind 90 Prozent der Importeure von der Grenzabgabe ausgenommen, trotzdem erreicht der Treibhausgas-Ausgleich 99 Prozent der in der Regelung erfassten Emissionen aus Importen.

Die Ausnahmen verringern den bürokratischen Aufwand für Klein- und Mittelbetriebe, was angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation durchaus sinnvoll ist und Augenmaß beweist.

Potential für einen Missbrauch der Regelung gibt es natürlich: So könnten Betriebe ihre Importe in kleinere Menge splitten, Kleinimporteure haben durch die Ausnahme von der CO2-Abgabe einen Preisvorteil. Auch befürchten manche, dass Klein- und Mittelbetriebe dadurch weniger Anreiz hätten, ihre Lieferketten zu de-karbonisieren oder umweltfreundlichere Produkte zu importieren. Dies könnte den Wandel zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in bestimmten Sektoren verlangsamen, wie NGOs meinen.

Es wird also auch bei der CO2-Grenzabgabe robuste und transparente Kontrollmechanismen brauchen, damit das grundvernünftige Vorhaben nicht aufgeweicht wird.

Papier statt Elektroschrott

Recycling-Lösung aus Österreich

Franziska Kerber, eine junge österreichische Industriedesignerin, hat eine innovative Lösung für elektronische Bauteile entwickelt. Sie verwendet in ihrem Projekt PAPE Papier statt Kunststoff und Glasfaser, was den Recyclingprozess stark vereinfacht.  Anstelle des üblichen Schredderprozesses, bei dem wertvolle Materialien auf Leiterplatten verloren gehen, ermöglicht PAPE ein gezieltes Auflösen der Bauteile. So können Platinen – und bei Verwendung recycelbarer Leiterplatten auch elektronische Komponenten – als Ganzes zurückgewonnen und weiterverwendet oder recycelt werden. Diese Erfindung hat Kerber einen Platz unter den Top 10 Innovatoren des Young Inventors Prize 2025 eingebracht, der Mitte Juni verliehen wird.

Jährlich fallen etwa 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an, davon kommen laut UN-Agentur für digitale Technologien nur 22 % ins Recycling. Elektronische Kleingeräte wie Router und Rauchmelder landen besonders oft im Hausmüll.

Kunststoffrecycling: nicht genügend

Österreich hinkt Vorgaben hinterher

Österreich steht vor der Herausforderung, die EU-Vorgabe von 50 Prozent Kunststoffrecycling bis Ende des Jahres zu erreichen. Das bedeutet fast eine Verdoppelung der aktuellen Quote. Eine Werbekampagne soll die Bevölkerung deshalb zum Mülltrennen motivieren.

Während Österreich bei Papier, Glas und Aluminium die EU-Quoten übertrifft, liegt die Kunststoffrecyclingquote derzeit bei 27 Prozent. Eine neue EU-Verpackungsverordnung soll ab 2030 das Recycling weiter erleichtern.

https://orf.at//stories/3395596

Rasant auf die 1,5 Grad zu

Neue Klimadaten aus Graz

Die 1,5-Grad-Grenze der Erderwärmung wird laut neuen Berechnungen der Universität Graz früher erreicht als bisher angenommen. Ein neues System zur Überwachung der Klimaziele zeigt, dass der Wert bereits 2028 überschritten werden könnte, mit einer Unsicherheit von plus/ minus 2 Jahren. Die Forschenden des Wegener Center haben einen neuen Referenzdatensatz entwickelt, der eine um sechs Prozent stärkere Erwärmung der globalen Lufttemperatur aufzeigt als bisher angenommen. Der jüngste Weltklimabericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) war noch von einem Erreichen der 1,5-Grad-Grenze zwischen 2030 und 2035 ausgegangen.

Der Datensatz und weitere Informationen sind über das Webportal Graz Climate Change Indicators – ClimateTracer zugänglich.

https://science.orf.at/stories/3230493

Kurz gemeldet

Eine internationale CO2-Abgabe scheint zwar in weite Ferne gerückt. Eine Umfrage mit 41.000 Menschen aus 20 Ländern zeigt allerdings, dass die Zustimmung in der Bevölkerung zwischen 70 und 94 Prozent liegt.

https://science.orf.at/stories/3230567

Wenn es gelingt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad einzudämmen, dann könnte doppelt so viel Gletschereis gerettet werden wie bei einem Temperaturanstieg um 2,7 Grad. 

https://science.orf.at/stories/3230478

Hörtipp:

Elektroschrott. Ressource und Problem

Was in entsorgten Geräten an Wert drinnen steckt, dokumentiert MOMENT-NACHHALTIG LEBEN in einer Reportage. Allein zehn Millionen nicht mehr benutzte Handys sollen in österreichischen Schubladen, Abstellkammern und Kellerabteilen lagern. Dabei enthält eine Tonne alter Handys mehr Gold als eine Tonne Golderz.

https://oe1.orf.at/programm/20250603/797214/Elektroschrott-Ressource-und-Problem

Geschummelt

Einen Teil unseres Lebens können wir uns nur leisten, weil wir nicht auf die wahren Kosten schauen und andere die Zeche berappen. Das trifft den motorisierten Verkehr und Flugreisen ebenso wie einen speziellen Zweig des Fischfangs, die Schleppnetz-Fischerei. Deren wahre (ökologische wie ökonomische) Kosten hat nun eine Studie rund um ein National Geographic Forschungsteam zu beziffern versucht und ist dabei zu horrenden Zahlen gekommen.

Bei der Schleppnetzfischerei kratzen Netze, die teilweise so groß sind, dass sie sieben Jumbo-Jets aufnehmen könnten, über den Meeresboden und nehmen fast alles an Leben mit, was ihnen in den Weg kommt. Bis zu 75 Prozent des Fangs sind Beifang, also Fische, die unerwünscht sind im Netz.

Die Schleppnetzfischerei schafft einerseits Arbeitsplätze und versorgt uns mit Proteinen. Diesen positiven Wert beziffert die Studie für Europa jährlich mit 1,1 Milliarden Euro. Andererseits verursacht sie hohe ökologische Schäden, etwa weil durch die Beschädigung des Meeresbodens CO2 frei und die Biodiversität enorm in Mitleidenschaft gezogen wird. Dieser Schaden könnte bis zu 11 Milliarden Euro betragen. Ein krasses Missverhältnis.

Besonders bemerkenswert ist, dass 60% aller europäischen Meeresschutzgebiete mit Schleppnetzen befischt werden. Das führt am Beispiel Norwegens dazu, dass die Biodiversität außerhalb der Schutzgebiete teilweise höher ist als innerhalb. „Die Schleppnetzfischerei in Europa zerstört das Meeresleben in mehr als der Hälfte der Gebiete, die eigentlich gesetzlich geschützt sein sollten. Die Schleppnetzfischerei in Meeresschutzgebieten ist nicht nur eine ökologische Beschädigung, sondern auch ein wirtschaftliches Versagen“, kommentiert Enric Sala, National Geographic Explorer in Residence und einer der Autoren der Studie.

Besonders pikant dabei: Europäische Länder wie Norwegen, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Italien fördern die Schleppnetzfischerei mit rund 1,3 Milliarden Euro jährlich – klassische klimaschädliche Subventionen, die sich nicht um die gesellschaftlichen Gesamtkosten scheren. Laut einer Nature-Studie könnten die Kohlendioxid-Emissionen aus der Schleppnetzfischerei so hoch sein wie jene aus dem Flugverkehr.

Würde man die Schleppnetzfischerei nur in den europäischen Meeresschutzgebieten stoppen, würde sich die Öffentlichkeit Milliardenkosten ersparen. Aber es sind Kosten, die unsichtbar bleiben. Und deshalb kostet der Kabeljau am Teller weitaus mehr als auf dem Rechnungszettel steht.  

https://science.orf.at/stories/3229455

Gebirge als Wasserspeicher

Weltwasserbericht

Gebirge und Hochgebirge sind essenzielle Quellen und Speicher für Süßwasser sowie entscheidend für die Ernährungs- und Energiesicherheit von über drei Milliarden Menschen. Das betont der kürzlich erschienene Weltwasserbericht der UNO. Besonders Gletscher sind in Dürreperioden wichtig, da sie Wasser speichern und über das Jahr verteilt liefern. Bei Dürre etwa schmelzen sie stärker und versorgen trockene Gebiete mit Wasser. Forschende plädieren angesichts des Klimawandels für Anpassungsstrategien wie künstliche Stauseen und einen umsichtigeren Umgang mit Wasserressourcen.

https://science.orf.at/stories/3229411

Pasterze schmilzt

Gletscherschwund

Pro Jahr verliert die Pasterze am Fuß des Großglockners bis zu zwei Meter Eisdicke. Laut Geosphere Austria könnte sie daher bald den Status des größten Gletschers Österreichs einbüßen. Bis 2050 wird der untere Teil – die Gletscherzunge – wohl verschwinden.

2025 wurde von der UNO zum Internationalen Jahr zur Erhaltung der Gletscher erklärt. Der Filmemacher Harry Putz hat über das Sterben der Gletscher in den Alpen einen Film gedreht.REQUIEM IN WEISS stellt anhand von 14 Gletschern in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz die Frage: Wie wollen wir unsere Gletscher verabschieden.  

REQUIEM IN WEISS – FREILUFTDOKU

https://science.orf.at/stories/3229387

Textilkonsum in der EU auf Rekordniveau

Umweltbelastung durch steigenden Verbrauch

Menschen in der EU verbrauchten im Jahr 2022 durchschnittlich 19 Kilogramm Textilien, darunter acht Kilogramm Kleidung, vier Kilogramm Schuhe und sieben Kilogramm Haushaltstextilien. Das ist mehr als in den Vorjahren, wie die Europäische Umweltagentur (EEA) berichtet.

Der hohe Textilkonsum belastet die Umwelt und das Klima durch den Verbrauch von Materialien, Wasser und Landfläche sowie durch Emissionen, Chemikalien und Mikroplastik. Der Bericht fordert Politik, Industrie und Verbraucher auf, zu langlebigeren und recycelbaren Textilien überzugehen, um die Umweltbelastung zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken.

Im Jahr 2022 wurden in der EU rund 6,94 Millionen Tonnen Textilmüll erzeugt, wobei 85 Prozent der Textilabfälle nicht getrennt gesammelt wurden. Ab dem 1. Januar 2025 müssen Textilien gemäß einer EU-Richtlinie zumindest getrennt vom restlichen Müll entsorgt werden. Nachhaltige Recyclingkonzepte fehlen allerdings noch.

https://orf.at//stories/3388640

Kurz gemeldet

Österreich hat den „Overshoot Day“ bereits am 29. März erreicht und damit seine natürlichen Ressourcen neun Tage früher als im Vorjahr aufgebraucht. Berechnet wird er von der Umweltschutzorganisation Global Footprint Network. Damit liegt Österreich beim Ressourcenverbrauch wieder ganz vorne. Negativer Spitzenreiter ist Katar, das schon am 6. Februar seinen Overshoot Day erlebt hat.

https://orf.at//stories/3388975

Ein neues Batterieforschungszentrum hat am 1. April in Graz seinen Betrieb aufgenommen. „Battery4Life“ forscht an innovativen Batterietechnologien für Elektrofahrzeuge mit dem Ziel, Batterien effizienter und nachhaltiger zu machen.

https://steiermark.orf.at/stories/3299278

Das Verschwinden der Weißen Haie hat schwerwiegende Folgen für das Ökosystem der Meere. Das zeigen Daten aus einer Atlantik-Bucht vor Südafrika. Der Verlust der Raubtiere beeinflusst das gesamte Nahrungsnetz negativ und schädigt viele Tiere, von Robben bis zu kleineren Haiarten und Fischen.

https://science.orf.at/stories/3229552/

Grüner Stahl

Stabilität, vor allem bei großen Bauten, hat manchmal auch ihren ökologischen Preis. So trägt die Stahlindustrie zwischen 7 und 9 Prozent zum globalen Treibhausgas-Ausstoß bei. Um Erz in Stahl zu verwandeln, braucht es viel Energie aus Koks und Erdgas. Und beim Transformationsprozess entsteht noch extra CO2.

Viele Stahlunternehmen arbeiten aber bereits an klimafreundlicheren Produktionsprozessen. So entsteht derzeit in Nordschweden das erste Werk, das den begehrten Baustoff in großindustriellem Maßstab ausschließlich aus erneuerbaren Energien erzeugen möchte. 2026 soll der Betrieb des Startups Stegra in der Stadt Boden starten.

Der für den Umwandlungsprozess des Erzes nötige Wasserstoff soll durch Elektrolyse aus erneuerbaren Stromquellen erzeugt werden. Schon im nächsten Jahr will Stegra damit 2,5 Millionen Tonnen Stahl erzeugen, später 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Wie t3n.de berichtet, ist Stegra davon überzeugt, den Stahl auf Grund der erneuerbaren Energien zum gleichen Preis herstellen zu können wie in der konventionellen, fossilen Erzeugung. Trotzdem wird es für den grünen Stahl um 20 – 30 Prozent mehr verlangen, um die 4.5 Milliarden Dollar für den Bau des Werkes hereinzuspielen.

Einige Kunden wie zum Beispiel Automobilhersteller, die ihre Treibhausgasemissionen reduzieren und im Marketing auf Umweltfreundlichkeit setzen wollen, sind offenbar bereit, den Aufschlag zu zahlen.

Gegen ausländische Billig-Stahlanbieter werden auch Regeln  der Europäischen Union helfen: Die EU hat über den Carbon Border Adjustment Mechanism festgelegt, dass die Klimaemissionen von importiertem Stahl und anderen Rohstoffen gemeldet werden müssen. Ab 2026 müssen die Lieferanten dann Abgaben zahlen, die sich am Treibhausgas-Ausstoß der Materialien orientieren. Was den grünen Stahl aus der EU indirekt verbilligt.

Wie ein deutscher Bericht aus dem Mai 2024 prognostiziert, würde eine großflächige Umstellung auf grüne Stahlherstellung dessen Preis bis 2030 zwar um maximal 42 Prozent verteuern, 2045 wäre er aber bereits um 28 Prozent günstiger als konventionell hergestellter.

Auch die heimische voestalpine ist längst dabei, an einer klimafreundlicheren Stahlerzeugung zu arbeiten.

Als einer der größten CO2-Emittenten in Österreich plant der Konzern bis 2027 zwei seiner fünf Hochöfen durch mit Strom betriebene Elektrolichtbogenöfen zu ersetzen. 1,5 Milliarden wird die Umstellung kosten. Damit sollen ab 2027 bis zu 2,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierter Stahl produziert werden. Der Strom dafür soll so weit wie möglich aus erneuerbaren Quellen kommen.

Wasserstoff wird vielfach noch aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Die Produktion aus Erneuerbaren verlangt viel Energie, verliert man doch bei der Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse selbst im optimalen Fall mindestens 20 Prozent, im Regelfall jedoch 40 – 60 Prozent.

Wir werden uns deshalb überlegen müssen, wofür wir den „teuren“ Energieträger Wasserstoff in Zukunft verwenden wollen. Ihn in PKWs zu verbrennen, während die Industrie für ihre Wettbewerbsfähigkeit darauf angewiesen ist, ist möglicherweise nicht sehr sinnvoll.

https://t3n.de/news/emissionsfreier-stahl-das-weltweit-erste-werk-entsteht-in-schweden-im-industriellen-massstab-1666416

Keine Abschwächung der Atlantikzirkulation

Europas Wettermotor stabil

Eine Studie der Universität Bern und der Woods Hole Oceanographic Institution zeigt, dass sich die Ozeanzirkulation im Nordatlantik, einschließlich des Golfstroms, in den letzten 60 Jahren nicht abgeschwächt hat. Diese Ergebnisse widersprechen bisherigen Annahmen und relativieren frühere Studien, die eine Abschwächung nahelegten.

Die atlantische Umwälzströmung ist unter anderem für das relativ milde Klima in Europa verantwortlich. Bricht sie zusammen, sinken die Durchschnittstemperaturen um mehr als 10 Grad, so die Berechnungen.

Die Forscher nutzten einen neuen methodischen Ansatz mit 24 Erdsystemmodellen und Beobachtungen des Wärmeflusses zwischen Ozean und Atmosphäre. Das Forschungsteam zweifelt allerdings nicht daran, dass der Klimawandel die Umwälzströmung schwächen wird, unsicher ist aber, wie stark.

https://mediarelations.unibe.ch/medienmitteilungen/2025/medienmitteilungen_2025/atlantikzirkulation_seit_jahrzehnten_stabil/index_ger.html

Trockenperioden werden noch trockener

Versteckte Megadürren

Eine Studie mit österreichischer Beteiligung zeigt, dass Megadürren in den letzten 40 Jahren häufiger, länger und intensiver geworden sind. Diese Dürren verursachen erhebliche Vegetationsschäden und betreffen immer größere Landflächen. Besonders betroffen sind Regionen wie das östliche Kongobecken und die Amazonasregion, aber auch in Österreich traten fünf der zehn größten Trockenheitsereignisse erst jüngst, zwischen 2007 und 2018 auf. Einige Dürren in tropischen und borealen Wäldern sind laut Studie weniger sichtbar sind, da diese Regionen länger auf Wasserreserven zurückgreifen können. 

Versteckte „Megadürren“ nehmen zu – science.ORF.at

Kurz gemeldet

Der durch die Erderwärmung tauende Permafrost setzt nicht nur Treibhausgase frei, die die Erhitzung weiter antreiben. Der Prozess bedroht auch die 3 Millionen auf Permafrost lebenden Menschen, weil die Infrastruktur leidet, Verkehrs- und Versorgungswege unterbrochen werden oder sich die Wasserqualität verschlechtert.

https://science.orf.at/stories/3228469

Die Weltwetterorganisation (WMO) hat 2025 zum „Internationalen Jahr zur Erhaltung der Gletscher“ erklärt. Weltweit gibt es rund 275.000 Gletscher. Pro Jahr trägt die Gletscherschmelze einen Millimeter zum Anstieg des Meeresspiegels bei. 

https://science.orf.at/stories/3228538

Die intensive Landwirtschaft dezimiert die Schmetterlingsvielfalt. Das zeigt eine neue Studie aus Salzburg, die auf Daten von 1990 bis 2022 zurückgreift. Neben dem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden hat auch der Verlust von Lebensräumen zu einem dramatischen Artenverlust in niederen Lagen geführt.

Dramatischer Artenschwund bei Schmetterlingen – salzburg.ORF.at

Mikroplastikemissionen aus dem Straßenverkehr können das Klima beeinflussen, wie eine Studie der Universität Wien zeigt. Der Abrieb von Autoreifen, Straßenmarkierungen, Asphalt und Bremsbelägen trägt u.a. zur Bildung von Wolken und Eiskristallen bei.

https://science.orf.at/stories/3228766

Es ist was es ist

Berichte über Klimaphänomene lesen sich vielfach wie eine pausenlose Rekordjagd. Deshalb scheuen sich viele von uns schon, Höchsttemperaturen und andere Maximalphänomene als Rekorde zu benennen, sind doch Rekorde normalerweise positiv belegt.

Dessen ungeachtet ist das zu Ende gehende 2024 auf dem besten Weg, das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden. (Ähnliches kann man von fast allen Jahren der jüngeren Vergangenheit sagen.)

Viel wichtiger erscheint mir, von den magischen Durchschnittszahlen der Erderwärmung (laut Daten des EU-Klimadienstes Copernicus liegen wir heuer weltweit im Schnitt 1.3 Grad über dem vorindustriellen Niveau) auf die lokalen Auswirkungen der Erhitzung zu schauen. Und die sind regional ganz unterschiedlich, wie jetzt auch eine Veröffentlichung zeigt, die mit Hilfe des IIASA in Laxenburg entstanden ist.

In Regionen wie Zentralchina, Japan, Korea, der Arabischen Halbinsel, Ostaustralien und Teilen Südamerikas sowie der Arktis nimmt die Hitze deutlich schneller zu als die Durchschnittstemperaturen. Das zeigt sich an Hitzewellen, die nun viel häufiger auftreten als in der Vergangenheit.

Das „intensivste und konsistenteste Signal“ erhielt das Forschungsteam aus Nordeuropa. Dort führte eine Reihe von Hitzewellen 2022 zu rund 60.000 Todesfällen und 2023 zu 47.000 Todesfällen. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande waren von der Hitze betroffen, ebenso wie Österreich, Frankreich, Ungarn, Slowenien, Norwegen und Schweden, wo neue Höchsttemperaturen gemessen wurden.

Beachtlich ist, dass die Temperaturen in diesen Regionen schneller steigen als die Prognosen der Wissenschaft vorhergesagt haben. Der Vorwurf des Alarmismus, den man Forscherinnen und Forschern gern macht, geht also ins Leere. Eher müsste man Teilen der Wissenschaft in diesem Zusammenhang Verharmlosung vorwerfen.

Umgekehrt gibt es allerdings auch Regionen, die sich viel langsamer erwärmen als von den Modellen vorhergesagt. Dazu gehören weite Gebiete im Norden der USA und im Süden Kanadas, das Innere Südamerikas, ein Großteil Sibiriens, Nordafrika und Nordaustralien.

Unklar ist, was die lokalen Veränderungen antreibt oder bremst. Klar sind für den Hauptautor der Studie, Kai Kornhuber vom IIASA, jedoch die Konsequenzen: “Aufgrund ihres beispiellosen Charakters sind diese Hitzewellen in der Regel mit sehr schweren gesundheitlichen Auswirkungen verbunden und können verheerende Folgen für Landwirtschaft, Vegetation und Infrastruktur haben. Wir sind nicht darauf vorbereitet, und wir können uns möglicherweise nicht schnell genug anpassen.”

2025, geht es nach der Prognose des UK-Met Office weiter aufwärts mit den Temperaturen, obwohl El Niño nächstes Jahr eigentlich einen kühlenden Effekt haben sollte.

Es gibt allerdings auch Gründe, einen kühlen Kopf und Hoffnung zu bewahren. Der WWF zum Beispiel sammelt seit einiger Zeit bewusst „good news“ rund um Klima und Artenschutz. Lassen Sie sich auch von diesen positiven Projekten, etwa zur Wiederansiedlung des Störs in der Donau, Tigern in Bangladesch oder der Renaturierung von Seitenarmen der Drau  inspirieren.

Geosphere Austria: 2024 bisher wärmstes Jahr in Österreich – science.ORF.at

Bergsommer lieferte Temperaturrekorde – tirol.ORF.at

Dürres Ergebnis

UNO-Konferenz ohne verpflichtende Maßnahmen gegen Wüstenbildung

285 Milliarden Dollar: So hoch ist der Schaden, den durch Umweltzerstörung verursachte Dürren laut UNO pro Jahr auf unserem Planeten verursachen.

Dennoch endete die jüngste UNO-Konferenz zur Wüstenbildung in Saudi Arabien ohne verpflichtende Übereinkunft. Vor allem afrikanische Länder hatten auf ein verbindliches Protokoll gehofft.

Eine große Hürde bildet das Einstimmigkeitsprinzip, bei dem jeder Beschluss von allen 197 Vertragsstaaten genehmigt werden muss. Blockaden beim Klimaschutz verschärfen die Dürren zusätzlich, da längere und härtere Trockenperioden fruchtbare Böden austrocknen lassen.

Ein grüner Hoffnungsschimmer zeigt sich in der Sahelzone mit der „Großen Grünen Wand“. Da ist ein von Menschen gepflanzter Grüngürtel, der sich quer durch die Sahara erstreckt und einer weiteren Ausbreitung der Wüste entgegenwirken soll. Bis 2030 sollen dadurch 100 Millionen Hektar Böden wieder fruchtbar gemacht und 250 Millionen Tonnen CO2 aufgenommen werden. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das Projekt seit 2020 mit rund 4,5 Millionen Euro.

https://orf.at/stories/3378981

Raschere Erderwärmung als prognostiziert

Neue Berechnungen mit Künstlicher Intelligenz

Europa droht bis 2060 eine Temperaturerhöhung von mindestens drei Grad im Vergleich zu vorindustriellen Werten, wenn der Treibhausgasausstoß weiter steigt. Das zeigt die KI-gestützte Analyse eines Forscherteams. Die Prognosen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz sehen eine raschere Erwärmung als bisher angenommen.

Europa erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt: 2023 war es am Kontinent bereits 2,3 Grad wärmer, während der globale Durchschnitt bei 1,48 Grad lag. Bis 2060 könnten 26 von 34 weltweit untersuchten Regionen, darunter vier in Europa, die Drei-Grad-Grenze überschreiten.

https://orf.at//stories/3378597

Kurz gemeldet

Das Klimaschutzministerium hat den endgültigen Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) an die EU-Kommission übermittelt. Er ähnelt stark der Version, die bereits im August verschickt wurde, und hat zum Ziel, die Emissionen um 46-48 Prozent zu senken.

https://orf.at/stories/3379463

Laut Weltnaturschutzunion (IUCN) sind 50% der Mangrovenwälder in schlechtem Zustand und 20% stark gefährdet. Im Haus des Meeres in Wien gelang erstmals eine Nachzucht von Mangroven, die auf die Bedeutung und Bedrohung der einzigartigen Wälder aufmerksam machen sollen.

Einzigartige Ökosysteme: Hälfte der Mangrovenwälder in Gefahr – science.ORF.at

Über Jahrtausende hat die arktische Tundra Kohlenstoffdioxid im gefrorenen Boden und in Bäumen gespeichert. Nun gibt sie einem Bericht zufolge mehr CO2 in die Atmosphäre ab, als sie aufnimmt. 

US-Klimabehörde: „Dramatische Veränderungen“ in Arktis – science.ORF.at

Hörtipp:

Lithium aus der Andenregion

Lithium-Batterien sind das neue Öl, prophezeite Elon Musk 2022, als die Preise für das Metall in die Höhe schossen. Lithium ist entscheidend für die grüne Transition und perfekt für langlebige Batterien von E-Autos.

Über die Hälfte der weltweiten Lithiumvorkommen werden im „Lithiumdreieck“ vermutet: dem Norden Chiles, Argentiniens und dem Süden Boliviens.

Argentiniens Präsident Javier Milei erlaubt ausländischen Unternehmen den Zugang zu Lithium, während Bolivien auf Verstaatlichung setzt. Chiles Regierung unter Gabriel Boric verfolgt einen Mittelweg über öffentlich-private Partnerschaften, die das ganze Land am „weißen Gold“ teilhaben lassen wollen.

In vier Teilen beleuchtet das RADIOKOLLEG die Hintergründe des Lithiumabbaus im Länderdreieck.

Lithium aus der Andenregion (1), 09.12. | Ö1 | ORF-Radiothek

Wohin?

Was ist klimafreundlicher Beton? Immerhin darauf konnte man sich bei der COP29 in Baku mittlerweile einigen. Aber ansonsten hat der Klimagipfel bis Freitagfrüh sehr wenige Ergebnisse gebracht.

Diese „Conference of the Parties“ entwickelt sich immer mehr zu einer jährlichen Traditionsveranstaltung, in der auf der einen Seite Politikerinnen wie Leonore Gewessler in Kurzreden vehement “neue und ehrgeizige” nationale Klimaziele fordern, und auf der anderen Seite 1.800 Lobbyisten für das fossile Weiterwirtschaften verbindliche Abmachungen so weit wie möglich verhindern.

Der Gastgeber, der aserbaidschanische Staatschef Aliyev pries Öl und Gas als ein „Geschenk Gottes“, womöglich in völliger Unkenntnis, dass sich Geschenke auch wandeln und zum Danaer Geschenk werden können. So ganz erschließt sich den fernen Beobachtern auch die Logik hinter den Austragungsstätten nicht: Dass just in einer Zeit der eskalierenden Hitze hintereinander zwei Staaten zum Austragungsort werden (im Vorjahr waren es die Vereinigten Arabischen Emirate mit Dubai), die ihr Budget mit fossiler Energie befeuern, ist mehr als fragwürdig.

Im neuesten Klimaschutzindex (CCPI) liegen denn auch die VAE zusammen mit Saudi-Arabien und dem Iran auf den letzten Plätzen. Weil es keinem der 63 untersuchten Länder gelungen ist, mit seinen Maßnahmen auf den 1,5 Grad-Pfad einzuschwenken, blieben die ersten drei Plätze erneut leer. Vorbildliche Staaten gibt es dennoch: Ganz oben steht Dänemark. Mit seiner Klimapolitik und der Förderung der erneuerbaren Energien konnte es seine Emissionen seit 1990 halbieren. Daneben haben auch Norwegen und Schweden bei den Erneuerbaren mit Sehr Gut abgeschnitten.

Österreich rückte im Ranking immerhin 9 Plätze vor, von Platz 32 auf Rang 23. Der große Sprung ist klimapolitischen Maßnahmen zu verdanken wie etwa den Subventionen im Gebäudebereich oder dem Klimaticket im Verkehrssektor. Verbindliche Sektorenziele fehlen hierzulande allerdings. Sie sind 2020 ausgelaufen und wurden nicht neu definiert. Auch sind die Emissionen seit 1990 nicht wesentlich gesunken. Dazu stagnieren wir bei den Erneuerbaren, allerdings auf hohem Niveau.

In Baku fordern die Entwicklungsländer in der Zwischenzeit, die Industrieländer mögen ausreichend Hilfsgelder für die Bekämpfung der Klimakrise locker machen, wo sie sie doch verursacht hätten. Der Bedarf an externen Hilfen beträgt laut einer unabhängigen UN-Expertengruppe bis 2030 rund eine Billion US-Dollar pro Jahr, bis 2025 sollen es sogar 1,3 Billionen sein – 10 bis 13-mal mehr, als bisher an Klimahilfe fließt.

Gegen Mittag wurde von der aserbaidschanischen Präsidentschaft der Konferenz ein Vorschlag vorgelegt, wie sehr sich die Industriestaaten mit Zahlungen an der Bekämpfung der Klimakrise gerade gegenüber ärmeren, leidtragenden Staaten beteiligen sollen. Demnach sollen sie ihre jährlichen Zahlungen für Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen bis 2035 auf 250 Milliarden Dollar erhöhen, wie die APA berichtet. Bisher haben sich die Industriestaaten zur Zahlung von jährlich 100 Milliarden Dollar verpflichtet. Aber Rechtskraft hat dieser Vorschlag bis Redaktionsschluss noch nicht.

CO2-Ausstoß: Effektivität von Kohlenstoffgutschriften in Frage gestellt

Studie zeigt geringe tatsächliche Emissionsreduktion

Unternehmen können ihren CO2-Ausstoß durch Prozessoptimierung oder den Kauf von Kohlenstoffgutschriften verringern. Diese Gutschriften gibt es über Klimaschutzprojekte. Eine neue Metastudie im Journal Nature Communications zeigt jedoch, dass nur etwa 16 Prozent der Emissionen aus diesen Gutschriften tatsächlich vermieden werden. Die Analyse von 65 Studien zu verschiedenen Klimaschutzprojekten, darunter Forstprojekte und effiziente Kochöfen, deckt fast eine Milliarde Tonnen CO2-Äquivalent ab.

Die Studie betont die Notwendigkeit grundlegender Reformen der Anrechnungsmechanismen, um die Effektivität der Kohlenstoffgutschriften zu erhöhen. Besonders bei Forstprojekten sind die tatsächlichen Emissionsreduktionen oft geringer als angegeben.

Die Ergebnisse der Studie belegen die vielfach mangelnde Wirksamkeit des Marktes für Emissionsgutschriften, was auch bei der aktuellen Weltklimakonferenz in Baku thematisiert wird.

https://www.nature.com/articles/s41467-023-41467-8

Mehr Flüge im Privatjet

Emissionen gestiegen

Die CO2-Emissionen aus Privatjets sind weltweit zwischen 2019 und 2023 um 46 Prozent angestiegen. Im Jahr 2023 machten sie mit 15,6 Megatonnen einen Anteil von etwa 1,8 Prozent der Emissionen des kommerziellen globalen Flugverkehrs aus. Zum Vergleich: Österreich emittierte im Vorjahr 68,2 Megatonnen Kohlendioxid.

Knapp die Hälfte der Flüge sind laut der Nature-Studie kürzer als 500 Kilometer, wie das Science Media Center berichtet. Herunter gebrochen auf Österreich entstanden durch Privatjets (Kleinstflugzeuge nicht eingerechnet) Emissionen in der Höhe von 0,05 Megatonnen, das sind 50.000 Tonnen Kohlendioxid.

Klimaerwärmung: CO2-Ausstoß durch Privatjets steigt stark an – science.ORF.at

Tipp:

Ausstellung „Connected Earth“

Alles auf der Erde ist miteinander verbunden. „Jedes Lebewesen und jede Pflanze ist Teil eines riesigen, noch weitgehend unerforschten Netzwerks, das unseren Planeten durchzieht und alle Prozesse beeinflusst“, wie das Ars Electronica Center schreibt.

Diese Vernetzung zu veranschaulichen und gleichzeitig auf die Verwundbarkeit unserer Ökosysteme hinzuweisen, hat sich die die neue Ausstellung im Ars Electronica Center vorgenommen. In Kunstinstallationen, Datenvisualisierungen und interaktiven Stationen beleuchtet „Connected Earth“ die komplexen Wechselwirkungen zwischen Natur, menschlicher Infrastruktur, Klimawandel und Energiewende. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Klima- und Energiefonds Österreich entstanden.

Hörtipp:

Der Wald im Klimawandel

Sonja Bettel reist in ihrer JOURNAL PANORAMA – Reportage von Osttirol bis zum Wienerwald und zeigt, wie der Klimawandel den Wald verändert.

Lange Trockenperioden und Hitze, gefolgt von Extremregen, Nassschnee und Stürmen, setzen den Bäumen erheblich zu. Die massenhafte Vermehrung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer verschärft die Situation zusätzlich. In einigen Regionen sind dadurch große Kahlflächen entstanden, die das Risiko von Bodenerosion, Muren, Steinschlägen und Lawinen erhöhen.

Der Wald im Klimawandel, 14.11. | Ö1 | ORF-Radiothek