Schlagwort: Kaffee

Pflanzenwanderung

1.600 eingewanderte Pflanzenarten gibt es bereits in Österreich. Über viele von ihnen freuen wir uns, weil sie unsere Gärten, Balkone und Blumentöpfe mit exotischen Blüten schmücken. Bei Pflanzen wie dem Schmetterlingsstrauch, dem Sommerflieder, ist das nicht ganz unproblematisch. Er zieht zwar Falter an, bietet den Raupen aber keine Nahrung und verdrängt vor allem andere Pflanzen schnell. Die Schweiz hat den Verkauf des Sommerflieders deshalb bereits verboten. Der Naturschutz hat eben den Kirschlorbeer zum „Neophyten des Jahres“ gewählt. Auch er breitet sich stark aus und verdrängt heimische Arten.

Sommerflieder und Kirschlorbeer sind allerdings nur Vorboten einer Entwicklung, die uns noch viel mehr invasive Arten bringen wird. Wie eine Studie unter Beteiligung des österreichischen Biodiversitätsforschers Franz Essl zeigt, werden immer mehr subtropische Arten nach Europa einwandern. Dazu hat das Wissenschaftsteam weltweit 10.000 „gebietsfremde“ Pflanzen kartiert. Deren Verbreitungsgebiet wird zwar nicht in Summe zunehmen, sich aber aufgrund der klimatischen Bedingungen verlagern, eben Richtung Europa.

Nicht alle neuen Arten werden problematisch sein, aber ein Teil wird so wie das allergene Ragweed unsere Gesundheit beeinflussen oder der Landwirtschaft schaden. „Die Ausbreitung eingeschleppter Pflanzenarten führt einerseits zur Ausbreitung von Problemunkräutern in der Landwirtschaft mit massiven Ernteverlusten”, erklärt Essl in science.orf.at. Andererseits würden sich besonders widerstandsfähige Arten wie Götterbaum oder Staudenknöterich in naturnahen Lebensräumen ausbreiten und die heimische Artenvielfalt zurückdrängen.

Gerade in der Forstwirtschaft wird man sich deshalb genau ansehen müssen, welche Bäume man statt den hitzegeplagten Fichten in Zukunft aussetzt.

Nicht alle Neophyten werden zum Problem werden, so Essl. Aber für ihn ist es sinnvoll, eine klare Risikoabschätzung durchzuführen und bei bereits bekannten problematischen Arten eine Importkontrolle einzuführen.

Und wer den Luxus eines Gartens hat, kann auch darüber nachdenken, welche Pflanzen er oder sie in die halbgezähmte Natur entlässt.

https://science.orf.at/stories/3234835

Erderwärmung bedroht Kaffeeproduktion

Der Klimawandel setzt der Kaffeeproduktion stark zu. Die fünf größten Kaffeeanbaugebiete, darunter Brasilien und Äthiopien, erleben immer mehr Hitzetage über 30 Grad Celsius. Dies führt zu Ertragseinbußen und steigenden Preisen, da die Pflanzen unter Hitzestress leiden.

Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien, die fünf größten Kaffeeproduzenten, liefern zusammen 75 Prozent des weltweiten Kaffees. Wenn keine wirksamen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, die vielfach an fehlender finanzieller Unterstützung der Kaffeebauern scheitern, könnten die weltweiten Anbauflächen bis 2050 um bis zu 50 Prozent schrumpfen.

https://go.climatecentral.org/coffee_and_climate

Heiße Ozeane sorgen für Hitzewellen an Land

Laut einer aktuellen Untersuchung ist, die Erwärmung von Küstengewässern ein zentraler Treiber für großflächige, schwüle Hitzewellen. Das zeigt eine Nature-Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Die Studie führt 50–64 % des beobachteten Anstiegs von Hitzewellen weltweit auf diesen Mechanismus zurück.

Küstennahe Meeresoberflächen liefern bei höheren Temperaturen zusätzliche Feuchtigkeit, die ins Landesinnere transportiert wird und dort Hitzeextreme mit hoher Luftfeuchtigkeit verstärkt. So sorgt etwa ein erwärmter Indischer Ozean für schwüle Hitze in Südasien und dem Nahen Osten, während ein tropischer Nordatlantik Hitzewellen in Nord‑ und Südamerika verstärkt.

https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/erwaermung-von-kuestengewaessern-treibt-grossflaechige-schwuele-hitzewellen-an

Kurz gemeldet

Der Earth Overshoot Day fiel in Österreich diesmal auf den 2. April. An diesem Tag hat das Land rechnerisch seine natürlichen Ressourcen verbraucht, die ihm für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen. Im Vorjahr passierte das bereits vier Tage früher, am 29. März. Weltweit liegt Österreich damit beim Ressourcenverbrauch auf Platz 16.

Das Naturnachtgebiet Eisenwurzen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark ist von der Organisation Dark Sky International zur „Dark Sky Reserve“ ernannt worden.

Auf einer Fläche von rund 2.400 Quadratkilometern lässt sich zum Beispiel die Milchstraße unbeeinflusst von Lichtverschmutzung beobachten.

https://ooe.orf.at/stories/3346376

Die Jahre 2015 bis 2025 waren das heißeste Jahrzehnt seit dem Beginn globaler Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1850. Das hat die Weltwetterorganisation (WMO) im Bericht „State of the Global Climate“ mitgeteilt.

https://science.orf.at/stories/3234730

Die UNO hat weitere 40 wandernde Tierarten unter Schutz gestellt, darunter den Großen Hammerhai, den Riesenotter sowie die Schneeeule. Insgesamt umfasst die Liste der sogenannten „Bonner Konvention (CMS) bereits 1.200 wandernde Arten.

https://orf.at/stories/3425339

Tipp

Orbyz: Soziales Netzwerk für Nachhaltigkeits-Themen

Orbyz.world ist ein im Jahr 2024 gegründetes, europäisches soziales Netzwerk, das sich ausschließlich den Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wandel widmet. Die Plattform will Privatpersonen, Unternehmen, NGOs, Wissenschaftler und Start-ups zusammenbringen, die an ökologischen, sozialen oder ökonomischen Lösungen arbeiten. Dabei verzichtet Orbyz auf werbegetriebene Algorithmen. Die Nutzenden können Expertenartikel, Publikationen und Events veröffentlichen, um ihre Projekte sichtbar zu machen und Partner zu finden, aber auch einfach nur in interessanten Beiträgen zu Zukunftsthemen schmökern.

https://orbyz.world

Hörtipp

Rettet die Nacht

Jedes Jahr wird die Nacht in Europa um rund sieben Prozent heller, so eine Studie. Die zunehmende Helligkeit bedroht nachtaktive Tiere und Insekten, Menschen kämpfen mit Schlafstörungen und ihre Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen, lässt nach. Lichtverschmutzung hat einen ähnlich großen Effekt auf die Artenvielfalt wie Pestizide und der menschengemachte Klimawandel. MOMENT – NACHHALTIG LEBEN zeigt schnell umsetzbare Lösungen für die Lichtverschmutzung.

https://oe1.orf.at/nachhaltigleben